Bluesfasching 2006
Klaus Renft Combo
 
Die „Rockballade vom kleinen Otto“ durfte nicht an Volkes Ohr. „Leben“, äußert Otto im Song, „...ist wie Lotto, doch die Kreuze macht ein Funktionär.“ Als gelte es dies zu beweisen, wurde die KLAUS RENFT COMBO flugs von diesem Lied und gleich danach das Land von der KLAUS RENFT COMBO gesäubert. Das war 1975.

Da mit der Band auch all ihre Musik verboten wurde, bekamen selbst so harmlose Songs wie das „Gänselieschen“ oder der „Apfeltraum“ was ab vom Kitzel des Unerlaubten, wo sie doch gerade noch
staatlich prämiert worden waren. Das verschaffte ihnen Ansehen und –hören sogar bei Leuten, die nie zur Spezis RENFT - Fan gehört hatten und der Combo Legendenstatus. Für diese kleine Unterstützung in Sachen Promotion sind die wiedervereinigten Musiker der DDR – Regierung erklärtermaßen heute noch dankbar. Ebenso übrigens wie für ihren verschrobenen Band-Namen, den sie einer Verordnung aus Ulbricht-Zeiten verdanken, nach der englische Namen nicht gestattet waren. So wurde damals aus „The Butlers“ eben die „KLAUS RENFT COMBO“. Das war 1965. ...Bringt das ausverkaufte Haus zum kochen (Sächsische Zeitung), ...Der Blues tobt wie eh und je...

Für ihren Humor möchte man sie umarmen (Berliner Morgenpost), ...Lebensfreude und unbändige Liebe zur Rockmusik (Ostseezeitung), ...echte Kerle mit Volldampf (Leipziger Volkszeitung), ...je oller, desto doller (Berliner Zeitung) So ungefähr läuft das heute. Und Gründe zum Feiern gibt´s noch mehr. Der „Apfeltraum“ hält sich nun schon 30 Jahre ohne Made (es könnte noch schlimmer kommen, wenn sich die eben erschienene Coverversion der PUHDYS zum Erfolg mausert). Dann sind da noch die sehr runden Geburtstage oder Gründung vons Janze vor 45 Jahren. Aber jetzt gilt es erst mal der CD „Als ob nichts gewesen wär“ (BMG von 1999) eine neue hinterherzuschießen. Und heißen wird sie womöglich „Irgendwo dazwischen“. Denn genau da waren die alten Jungs immer angesiedelt: Zwischen Rock und Rock´n Roll, Durst und Delirium. Zwischen Laune, Lamento, Liebe und Zorn.

Unter der Überschrift „Wege in den Rockhimmel“ schreibt die Stuttgarter Zeitung über das „Urige Ostrockgestein“ KLAUS RENFT COMBO: „Wenn man das Sextett auf der Bühne sieht, wird man im
Glauben an die Unsterblichkeit der Rockmusik bestärkt“. Und die Unsterblichkeit der Rockmusiker? Na dann, Schau´n Sie mal vorbei, solang es noch was zu schauen gibt!

Die Klaus Renft Combo sind: Thomas „Monster“ Schoppe, Klaus Renft (bg, voc), Marcus Schloussen
(bg., voc), Heinz Prüfer (gt., voc, harm.), Delle Kriese (dr, voc).

www.renft.de

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