Bluesfasching 2005
The Chargers
 
Sie geraten ins Schwärmen, wenn man ihnen Bilder von alten Boliden aus den 70ern zeigt. Folglich stand der Dodge Charger Pate bei der Namensfindung des 1997 gegründeten Hamburger Blues-Quartetts um Komponist, Sänger und Harpspieler Martin Bohl.

Die Chargers sind nicht brandneu im Geschäft. Bohl gehört zur alten Garde der Hamburger Bluesmusiker und war jahrelang Frontmann der Hamburger Formation King Bee Bluesband. In all diesen aktiven Jahren hat sich der smarte Musiker zu einem der versiertesten europäischen Harp-Spieler entwickelt.
Zudem ist er ein hervorragender Sänger und schreibt ganz famose Songs. So hört man z.B. auf dem Debut-Album "Get Charged!" auch ausschließlich Eigenkompositionen, die alle durch eine kompetente Gewitztheit bestechen.

Die Chargers begeben sich auf musikalische auf eine Rundreise über Austin (Texas), Louisiana, Chicago bis Los Angeles. Stilistisch lasssen sich die Chargers nicht in eine Schublade stecken. Wenn man diese Metapher verwenden möchte, machen sie eher diverse Schubladen extrem weit auf und bedienen sich munter bei allen Spielarten der Bluesmusik. Dieses klingt nie angestaubt nach musikalischer Brauchtumspflege, sondern immer frisch und auf der Höhe der Zeit. Die Rhythmusgruppe der Chargers (Björn Puls am Schlagzeug und der Blues Spezialist Dirk Vollbrecht) spielt extrem zweckdienlich, groovt gelassen-cool und schiebt so ordentlich an, was Bohl und sein Gitarrist Jan Mohr dann fantasievoll ausfüllen. Mohr spielt dabei eine Gitarre, die sich zwar bei alten Vorbildern bedient, aber dennoch so frei und inspiriert klingt, dass sich der eigenwillige Mann mit sofort in die Garde der großen, zeitgenössischen Gitarren-Irren katapultiert. In seinen Soundvorstellungen und mit seiner Art, die PAUSEN zu spielen, d.h. mit wenigen Tönen eine explosive Stimmung zu erzeugen, ist Mohr nicht weit entfernt von US-Kollegen wie Junior Watson oder Alex Schultz. Das sei aber bitte nur von dem Verständnis fürs Musizieren so gesehen. Stilistisch ist Mohr deutlich weniger einem "alten" Stil verhaftet.
Kurz: die Chargers gehören zum Interessantesten, was Europa derzeit zu bieten hat.
Nach Konzerten in Deutschland, Belgien und Holland sowie der Veröffentlichung ihres Debuts "Get Charged!" (2000, Stumble) stehen nun weitere Konzerte in ganz Europa und die Veröffentlichung des zweiten Albums Hypercharged! (Feb. 2004) an.

www.get-charged.com

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